Preisträger 2020

Im Jahr 2020 wurden für ihr besonderes Engagement in Corona-Zeiten 15 Preisträger ausgewählt, die ungewöhnliche Ideen entwickelt haben, um das Bildungs- und Betreuungssystem auch in der Ausnahmesituation am Laufen zu halten. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte rund um die Corona-Bildungshelden, die wir in diesem Jahr mit unserem Preis der Saarländischen Wirtschaft ausgezeichnet haben.

Thorsten Kunz und Schulteam am Cusanus Gymnasium

Thorsten Kunz vom Cusanus Gymnasium Sankt Wendel erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020

Schulen zu, Unterricht nur noch digital. Und das von einem Tag auf den anderen. Für viele Lehrer war das Anfang März harte Realität. Die Schüler durften nicht mehr in die Schule, die Lehrer sollten sie fortan per Home-Schooling unterrichten. Das Cusanus Gymnasium in Sankt Wendel hat mit seinem IT Team um Thorsten Kunz schnell reagiert.

100 Prozent digital unterstützer Unterricht innerhalb eines Tages – so beschreibt Kunz die Situation am 13. März, als gerade die Meldung der Schulschließung bekannt wurde. Sofort sei ein IT-Team eingerichtet worden, das ziel- und Lösungsorientiert die Kommunikation mit Schülern und Eltern über eine App eingerichtet hat. Außerdem wurde über die Lernplattform Moodle und eine eigene Schul-Cloud eine Lernumgebung eingerichtet, die bereits nach vier Tagen einsatzbereit war und von der ganzen Schule genutzt werden konnte. Für das IT-Team war die Arbeit damit aber nicht abgeschlossen. Über die gesamte Zeit betreuten sie Schüler, Eltern und vor allem Lehrer bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts, produzierten Erklärvideos und Bildanleitungen, halfen telefonisch, wenn es hakte. Und für Kinder, die die technischen Möglichkeiten nicht hatten, um am Unterricht teilzunehmen wurden Laptop- und PC-Spenden organisiert. Erfreulich sei vor allem gewesen, dass auch die Kollegen, die sich digital wenig affin zeigten, auf den neuen Weg eingelassen haben, der auch nach den Sommerferien noch lange nicht abgeschlossen ist. Denn auch künftig wird digitaler Unterricht im Cusanus Gymnasium seinen Platz haben.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung des Teams um Thorsten Kunz als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht dem Cusanus Gymnasium Sankt Wendel dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.

Foto: FGTS Folsterhöhe, Schülerin und Lehrerin demonstrieren virtuellen Unterricht

Nadine Hübscher, Lehrerin der freiwilligen Ganztagsgrundschule Folsterhöhe,
erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020

Durch die Corona-Pandemie wurden Kinder und Lehrkräfte von heute auf morgen davon abgehalten, wie gewohnt am Schulunterricht teilzunehmen. Die tägliche Routine, die so wichtig ist, drohte wegzubrechen - gerade für die Schüler der FGTS Folsterhöhe, die besonders stark auf eine gute Betreuung angewiesen sind. Lehrerin Nadine Hübscher, die selbst zu einer Risikogruppe gehört, hat sofort reagiert und mit dem Team der Schule kreative Lösungen auf die Beine gestellt. Durch die Umstellung auf Notgruppen und die schnelle Reaktion der Schule konnte der Bildungsauftrag und das Gemeinwohl der Schülerschaft gesichert werden.

Die freiwillige Ganztagsgrundschule Folsterhöhe hatte mit Nadine Hübscher eine einfallsreiche Lehrerin im Kollegium, die mit großem Engagement vom ersten Tag der Krise an als Ansprechpartnerin fungierte und die Situation erfolgreich managte. Mit einer Mischung aus persönlicher Kontaktpflege und einem feinen Gespür für die Nöte der Kinder, stand sie jederzeit sowohl telefonisch, als auch virtuell mit Lernmaterialien und Gesprächen zur Verfügung. 

Als Risikopatientin konnte sie nicht direkt mit ins Geschehen eingreifen. Daher hat sie gemeinsam mit der Schulleitung, der Klassenlehrerin und der Leiterin des sozialpädagogischen Bereichs eine Lösung gefunden, wie sie trotzdem weiter im Unterricht mitwirken kann. An der FGTS Folsterhöhe gibt es derzeit kein WLAN, über das sie online hätte zugeschaltet werden können. Ad-hoc schaffe die Schule daher ein Gerät an, mit dem die Lehrerin über eine direkte Mobilfunkverbindung online zugeschaltet und im Unterricht mitarbeiten konnte. Die Schüler nahmen das Angebot begeistert an und wurden so über den Computer 1:1 gefördert und gefordert. Dies nutzten auch Schüler, die im Homeschooling waren und von ihr telefonisch und virtuell betreut wurden.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung von Nadine Hübscher und dem Team der freiwilligen Ganztagsgrundschule Folsterhöhe als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht ihr dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.

Foto: Susanne Werner, Kita St. Hubertus

Das Team der Katholischen Kita Sankt Hubertus in Niederwürzbach erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020


Kreativität funktioniert auch aus der Ferne. Das hat das Team der Katholischen Kindertagesstätte Sankt Hubertus in Niederwürzbach bewiesen. Denn eine geschlossene Kita muss noch lange nicht heißen, dass die Kinder nicht weiterhin im kreativen Dialog mit ihren Erziehern bleiben können. Zentrale Elemente dafür sind der Regenbogen als Zeichen der Hoffnung sowie ein anfangs noch namenloser Hase.

Briefe, Filme, Mal- und Bastelaktionen – das Erzieherteam der katholischen Kindertagesstätte Sankt Hubertus und die stellvertretende Leiterin Susanne Werner haben kaum etwas ausgelassen, um den Kita-Kindern trotz der Corona-Zeit weiterhin Anregung, Beschäftigung und Kontakt zu sichern. Von Bastelmaterial, das die Erzieher den Kindern nach Hause gebracht haben bis hin zu einem als Schablone auf die Wiese vor der Kita gesprühten Regenbogen, den die Kinder mit selbst bemalten Steinen einfärben konnten – es gab zahlreiche Mitmach-Angebote „auf Abstand“. Neben dem Regenbogen war der Hase ein zentrales Element der Schließzeit. Anfangs in Form eines Ostergedichts, das eine Kollegin aus Sicht eines Hasen geschrieben hat, dann als guter Geist, der jedem Kind ein Ostergeschenk vor die Tür gestellt hat, später sogar als Kamera-Mann und Regisseur, wenn er den Kindern per Video zeigt, wie es gerade in der leeren Kita aussieht. Einiges hatte sich verändert, und der Hase forderte die Kinder auf, zu malen und zu benennen, welche Veränderungen sie entdeckt hatten. Außerdem bat der bis dahin namenlose Hase darum, ihn zu benennen. Zahlreiche Bilder, die die Kinder von dem Hasen gemalt haben und die vielen, originellen Namensvorschläge zeigen, dass die Aktion Anklang gefunden hat. Überhaupt berichtet das Team, dass es in der Zeit trotz der geschlossenen Kita einen regen Kontakt gab – auch über den Steine-Regenbogen, der bis heute junge und erwachsene Besucher magisch anzieht.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung des Teams und von Susanne Werner als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht der Katholischen Kita Sankt Hubertus dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.

Team der Kita Biber, Foto: Joachim Wollschläger

Das Team der Kita Biber erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020


Wenn ein Virus das gesellschaftliche Leben im Griff hat, ist auch ein normaler Kita-Betrieb kaum noch möglich. Wenn eine Kita dazu ein besonders offenes Konzept verfolgt, bei dem sich die Kinder ihre Schwerpunkte selber frei aussuchen können, stellt eine Beschränkung wie Corona sie uns allen auferlegt hat, eine besondere Herausforderung dar.

Das Team der Kita Biber in Saarbrücken, eine Einrichtung der Lebenshilfe Saarbrücken, hat sich davon allerdings wenig beeindrucken lassen. Die Kita Biber verfolgt das Konzept der Reggio-Pädagogik. In diesem Konzept sind die Kinder in die Entscheidungen eingebunden, setzen eigene Schwerpunkte, können ihre Räume selbst gestalten und sich aussuchen, mit welchen Themen sie sich beschäftigen wollen. Ein Konzept, das schwerlich aufrecht zu erhalten ist, wenn die wenigen noch anwesenden Kinder aus Infektionsschutz-Gründen getrennt bleiben müssen. Die Erzieher rund um Leiterin Gabriele Hessemer haben trotz der schwierigen Situation alles getan, um den Kindern ihr gewohntes Umfeld und die persönliche Geborgenheit weitmöglichst zu erhalten. Dazu gehörten handgeschriebene, individuelle Briefe von den Erzieherinnen an die Kinder, die nicht zur Kita kommen durften, und im eingeschränkten Regelbetrieb ein so umfassendes Aktivitätenangebot wie möglich. Das Programm wurde einerseits nach draußen verlegt mit Ausflügen und Wasserschlachten und Sport, andererseits wurde das Konzept so neu gefasst, dass sich die Kinder nicht mehr ihre Themen gesucht haben, sondern das Personal die Themen mit großem Aufwand jeweils in die Räume zu den Kindern gebracht haben. Das Team hat es erreicht, im Rahmen der Schutzmaßnahmen die größtmögliche Freiheit, Selbstständigkeit und Anregung für die Kinder zu verwirklichen. Das Team lässt die Kinder nicht spüren, was in der Pandemie nicht geht, sondern zeigt auf, was trotz der Pandemie-Einschränkungen noch möglich ist.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung des Teams um Gabriele Hessemer als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht der Kita Biber dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.

Volker Schmidt, Foto: Joachim Wollschläger

Volker Schmidt vom Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020

Ein ganz wichtiges Element während der Schulschließungen im vergangenen Frühjahr war eine funktionierende digitale Plattform in den Schulen. Das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis hatte das Glück, dass es in dem Mathematik- und Physiklehrer Volker Schmidt ein Mitglied im Kollegium hatte, das sich umgehend darum kümmerte, dass Unterricht digital funktioniert. Ein Grund, warum ihn Schulleiterin Sabine Blatt als „Corona-Bildungshelden“ vorgeschlagen hat.

In den ersten Tagen der Schulschließungen war viel Improvisationstalent gefragt, um den Unterricht auch in Corona-Zeiten am Laufen zu halten. Volker Schmidt am Gymnasium am Stadtgarten hat das Problem sofort erkannt und gehandelt. Er passte gemeinsam mit dem IT-Techniker Jean-Marc Bourgeois den Messenger-Dienst „Mattermost“ so an, dass er von Schülern und Lehrern für eine schnelle Kommunikation genutzt werden konnte. Außerdem verfasste er Erklärvideos und war auch dauerhaft für Rückfragen zu erreichen. Gleichzeitig richteten die beiden ein Videokonferenzsystem ein, so dass der Online-Unterricht zügig aufgenommen werden konnte. Selbst für die Abiturfeier haben sie eine Lösung gefunden. Sie konnte live in der Aula in drei Durchgängen stattfinden, während sie gleichzeitig per Videostream in mehrere Klassenräume übertragen wurde. So dass sowohl die Eltern als auch die Schüler daran teilnehmen konnten. Volker Schmidt investierte dafür nach Aussagen der Schulleiterin nicht nur seine reguläre Arbeitszeit, er war oft bis in die Abende aktiv und hat viel Zeit dafür verwendet, die Vernetzung der Schule, die schon zuvor für ihn ein Anliegen war, weiter voranzubringen. Dies ging so weit, dass mehrere Klassen in den letzten Wochen des Schuljahrs mit der Rückkehr zum Regelunterricht angaben, dass sie auch weiter digital arbeiten könnten, weil das reibungslos funktioniere.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung von Volker Schmidt als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht ihm dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.

Familie Seitz, Foto: Joachim Wollschläger

Volker Seitz aus Homburg erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020

Wenn gleichzeitig mehrere Familienmitglieder im Internet surfen, wird das schnell zum Problem. Bandbreite und Übertragungsraten waren bei der Familie Seitz im März ein Thema, als die Kinder zum Home Schooling zuhause bleiben mussten. Denn auch wenn mittlerweile nicht mehr alle neun Geschwister zuhause wohnten, reichte für die verbleibenden Schulkinder und Christiane Seitz, die sich im Home Office auch noch digital mit ihrem Job verbinden musste, die Leistungsfähigkeit des Netzes nicht mehr aus. Für Volker Seitz ein Grund zum Handeln.

Es reichte nicht, einfach nur den Internet-Vertrag zu ändern, schreibt Simeon Seitz, der seinen Vater als Bildungshelden vorgeschlagen hat. Der habe vielmehr das gesamte Haus neu verkabelt, mit Decken- und Wanddurchbrüchen dafür gesorgt, dass alle Kinder Zugang zu schnellem Netz hatten. Das diente dann nicht nur zum regulären Schulunterricht, sondern ermöglichte den Kindern, die alle ein Instrument spielen, auch noch digitalen Musikunterricht. Überhaupt nahm sich Volker Seitz, der im Frühjahr in Kurzarbeit war, intensiv der Bildung seiner Kinder an. Er erstelle Hausaufgaben-Tabellen, damit die Schulkinder immer den Überblick über die jeweiligen Arbeiten behielten. Gemeinsam mit seiner Frau unterstützte der die Kinder dabei, Vokabeln zu lernen, sich auf das Abitur vorzubereiten und immer auch ihre Instrumente im Blick zu behalten. Statt eines Urlaubs gab es Camping-Ferien im eigenen Garten mit Grillen, Lagerfeuer und Stockbrot.

Gleichzeitig engagierte sich die Familie auch sozial, spielte jeden Abend als Familien-Pausenchor einige Stücke für die Nachbarn in der Straße. Außerdem gaben sie Konzerte für die Bewohner von Homburger Seniorenheimen, um ihnen die schwere Zeit der Isolation etwas zu erleichtern. Im Ergebnis seien die Zeugnisse sogar besser gewesen als in den Jahren davor, schreibt Simeon Seitz. Und seine Schwester habe ihr Abitur auch bestanden. Sein Vater fände es gar nicht gut, als Bildungsheld vorgeschlagen zu werden, weil er seinen Einsatz als selbstverständlich ansehe. Simeon sieht das jedoch etwas anders. Auch die Jury des Bildungspreises hat die Leistung von Volker Seitz als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht ihm dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“.


Schulleitungs-Team des Schengen-Lyzeums

Marion Zenner und Marc Bilz vom Schengen Lyzeum in Perl erhalten den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020

Das Schengen Lyzeum in Perl musste in der Corona-Zeit besondere Herausforderungen bestehen, schließlich unterrichtet das dreisprachige Gymnasium Schüler aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg gleichermaßen. Und schon bevor die Schulen in Deutschland schließen mussten, war hier der Notstand klar: Französische Schüler und Lehrkräfte konnten nach den Grenzschließungen von einem Tag auf den anderen nicht mehr zur Schule kommen.

Die Schulleiter Marion Zenner und Marc Bilz reagierten umgehend. Kurzfristig beriefen sie eine Versammlung ein, auf der sie Lehrer und Schüler auf die bevorstehende Schulschließung vorbereiteten. Sie gaben praktische Hinweise zum Fernunterricht und erarbeiteten Fortbildungen, damit dieser Fernunterricht möglichst problemlos ablaufen kann. Gleichzeitig haben sie dafür gesorgt, dass die Schüler digitale Geräte bekommen konnten, um am Unterricht teilzunehmen. Im Bedarfsfall wurden iPad und Router sogar nach Hause gebracht und vor Ort installiert. Ganz wichtig war es der Schulleitung dabei auch, dass auch die Lehrer, die dem digitalen Unterricht nicht so offen gegenüberstehen, mitgenommen wurden. Für sie gab es Fortbildungen auf unterschiedlichen Niveaustufen. Gerade der unermüdliche Einsatz von Marion Zenner und Marc Bilz wurde von den Mitgliedern des Kollegiums als etwas Besonderes wahrgenommen.

Er habe dafür gesorgt, dass alle Lehrer sich in dieser Zeit überdurchschnittlich eingebracht und das Schulleben so aum Laufen gehalten haben. Jeder Lehrer sei sich bewusst gewesen, dass es in dieser ungewöhnlichen Zeit auf die Leistung jedes einzelnen angekommen sei. Aus diesem Grund hat sich der Personalrat des Schengen Lyzeums dafür eingesetzt, die beiden Schulleiter als Bildungshelden auszuzeichnen.


Dominik u. Isabelle Ridder, Foto: Joachim Wollschläger

Das Frühförderteam des Förderzentrums Hören und Kommunikation Lebach erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020


Beim Frühförderteam des Förderzentrums Hören und Kommunikation ist durch die Corona-Krise und die infolgedessen geschlossenen Kitas die Möglichkeit weggefallen, die Kinder weiter zu betreuen. Die Mitarbeiter kümmern sich um hörgeschädigte oder gehörlose Kinder zwischen drei bis sechs Jahren im gesamtem Saarland, aber auch hörende Kinder gehörloser Eltern ab der Geburt bis zur Einschulung. Ziel ist es dabei nicht nur die Hörentwicklung zu fördern, sondern die gesamte persönliche Entwicklung zu begleiten.

Um den Kontakt trotz der Schließungen weiter aufrecht zu erhalten, hat das Frühförderteam eine wöchentliche „Corona-Post“ ins Leben gerufen. Diese „Zeitung“ des Frühförderteams enthielt altersgerecht unterschiedliche Elemente: Von Suchbildern, Bildergeschichten, über Gebärden-Wort-Bild-Memory-Karten bis hin zu Rätseln für die Vorschulkinder. Alle Mitglieder des Teams konnten Ideen einbringen, die künstlerische Gestaltung lag vor allem in den Händen von Dominik Ridder, der ebenso wie seine Frau Isabelle dem Frühförderteam angehört. Die Corona-Post hat nicht nur geholfen, den direkten Kontakt zu halten, sie sollte auch Anregung sein, innerhalb der Familie die Förder-Arbeit auf freiwilliger Basis weiterzuführen. Dafür dienten auch einfache Angebote zur Hör-Sprachförderung. Wie positiv die Corona-Post aufgenommen wurde zeigte sich auch daran, dass es umgehend Nachfragen gab, wenn sich die Aussendung mal verspätete.

Anfangs war die Zeitungs-Aktion bis Anfang Mai geplant, als sich aber abzeichnete, dass es auch weiterhin keine Frühförderung in Kitas geben werde, hat das Team die Erscheinung bis Juli aufrecht gehalten. Die Bilanz des Teams: „Unsere Corona-Post hat viele und vieles erreicht, zusammengeschweißt und ein bisschen glücklich gemacht.“


Sabine Betz, Kita Pastor-Hein, Foto: Joachim Wollschläger

Das Team um Sabine Betz von der Kita Pastor Hein erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft 2020“


Wenn ein Virus das gesellschaftliche Leben im Griff hat, ist auch ein normaler Kita-Betrieb kaum noch möglich. Doch das Team der Kita Pastor Hein um Leiterin Sabine Betz hat alles getan, um den Kindern auch während der Schließungszeit den engen Kontakt an ihre Kita zu erhalten.

Weil auch die Kita Pastor Hein in Altenwald vom Regelbetrieb auf Notbetreuung umgestellt werden musste, hat sich das Team der katholischen Einrichtung verschiedene Aktionen überlegt, mit denen die Kinder weiter den Kontakt zu ihrer Kita halten konnten. Dazu gehörten Aufgabenstellungen, die die Kinder auch zuhause ausführen konnten, sowie ein regelmäßiger Kontakt mit den Kindern per Telefon oder mit persönlichen Briefen. Gemeinsam mit den Kindern haben die Erzieher eine Kita-Zeitung erstellt, die „Einhorn-Glitzer-Post“, die an alle Familien verteilt wurde. Damit wurden die Kinder auch in die umfangreichen Renovierungsarbeiten eingebunden, die während der Schließung stattfanden: Es wurden Räume gestrichen, umgestaltet, neue Spielsachen angeschafft.
Die größte Umgestaltung fand in dem Kinderbad statt. Was vorher recht lieblos wirkte, hat sich zu einem hellen und kinderfreundlichen Bad entwickelt. Außerdem ist der Garten neu angelegt worden, um dort Obst und Gemüse anzubauen. Erste Früchte konnten schon geerntet werden. Um die Kinder zusätzlich zu beschäftigen, haben die Erzieher ein Rätsel über Altenwald erstellt, mit dem die Kinder mehr über ihre Heimat lernen konnten. Außerdem zogen mit Tilda und Paul zwei Puppen in der Kita ein, deren spannende Abenteuer die Kinder in einem kleinen Buch nachlesen konnten.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung des Teams um Sabine Betz als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht der Kita Pastor Hein dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft 2020“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.


Sandra und Marc Schamne, Foto: Joachim Wollschläger

Marc Schamne erhält den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“ 2020


Das Corona-Virus hat nicht nur Schulen und Kindergärten aus dem Tritt gebracht, auch im privaten Bereich hat das Virus Familien erhebliche Anstrengungen abverlangt. Sandra Schamne hat ihren Mann als Corona-Helden vorgeschlagen, weil er aus ihrer Sicht großes geleistet hat, um den beiden Pflegekindern trotz fehlender Betreuung ein ideales Umfeld zu bieten.

Es sind nicht immer die großen Konzepte, die einen Corona-Bildungshelden ausmachen. Im Fall der Familie Schamne ist es der persönliche Einsatz, den Sandra Schamne ihrem Mann attestiert und der ihn bei der Jury als Preisträger qualifiziert habe. Schamnes haben zwei Pflegekinder, einen vierjährigen Jungen mit Einschränkungen und daher deutlich erhöhtem Betreuungsbedarf und ein zweijähriges Mädchen. Trotz seines normalen Vollzeitjobs in Luxemburg habe Marc Schamne jede freie Minute investiert, um die Familie „zu unterstützen, zu entlasten und zu bespaßen“. Wegen der Kindergartenschließung war gerade bei ihrem Sohn eine Rundumbetreuung nötig, die bei doppelter Berufstätigkeit extrem fordernd ist. Schamne hat entsprechend neben seiner Arbeit alle verfügbare Zeit mit den Kindern verbracht und mit ihnen Spielgeräte gebaut, den Garten gestaltet und, wie er sagt: „Den Kindergarten nach Hause geholt.“ „Sicher ist dies ein relativ normaler Job eines Papas, aber dennoch sind wir der Meinung dass unser Papa hier für uns über Grenzen ging und jeden Tag mit maximal fünf bis sechs Stunden Schlaf für uns da war. Das ist eine Spitzenleistung und wir wollen ihm gerne zeigen, dass wir dies nicht als "selbstverständlich" ansehen“, sagt Sandra Schamne, ein Kompliment das er an seine Frau zurückgibt, die er ebenfalls als eine Corona-Bildungsheldin bezeichnet.

Die Jury des Bildungspreises hat die Leistung von Marc Schamne als in dieser schweren Zeit herausragend anerkannt und verleiht ihm dafür den „Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft“. Der Bildungspreis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V. In diesem Jahr geht er an 15 „Corona-Bildungshelden“, die sich durch besonders kreative und gesellschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, um das Bildungssystem am Laufen zu halten.